Sonntag, 28. September 2008
Teil 7
...........Als Oli an Weiberfastnacht/Karneval umkippte war er gerade mit Freunden unterwegs. Sie dachten erst er wäre so besoffen das er sich kaum halten kann. Aber im Mal im ernst, wer kippt schon 4-5-6-7-mal hintereinander um weil er so betrunken ist? Na ja, gibt es bestimmt. Jedenfalls überlegten Sie ob Sie ihn mit einem Taxi nach Hause schicken sollen oder lieber einen Krankenwagen rufen sollen?! Sie haben sich für das zweite entschieden. "Gott sei Dank". Hätten Sie ihn mit der Taxe nach Hause geschickt dann wäre er jetzt Tod. Oli kam dann nach Merheim und alle dachten das war’s jetzt. Er wird sterben oder für immer ein Pflegefall bleiben. Das beste war Sie konnten ihn nicht operieren weil die Ärzte eine Unterschrift von Ihm brauchten das er einverstanden mit der OP ist. Aber wie soll jemand der nicht mehr zurechnungsfähig ist etwas unterschreiben? Der Tumor hat etwas abgeklemmt und somit lief immer mehr Wasser in seinen Körper. Tage vergingen bis meine Mutter endlich die Vormundschaft bekommen hat und für Oli unterschreiben durfte. Als ich das erste Mal auf die Intensivstation bin um nach Oli zu sehen traf mich ein Schlag. Mein lieber hübscher Onkel auf den immer alle, na ja fast alle meine Freundinnen scharf waren, lag da. Ich hatte noch nie so viele Schläuche und Dinger an/in einem menschlichen Körper gesehen. Als ich in das Zimmer kam war Oli noch nicht operiert. Er lag da und neben ihm saß sein leiblicher Vater, der ihn Jahre lang nicht mehr gesehen hat bzw. der sich Jahre lang einen Scheiß für Ihn interessiert hat. Ich kannte den Mann nicht und er hat mich auch nicht wirklich interessiert. Jetzt wo sein Sohn fast sterbend da liegt anzukommen. Im Übrigen hat er sich danach auch genauso wenig wie vorher um Oli gekümmert. Es war der reine Mitleid und das schlechte Gewissen das Ihn plagten, na ja es war mir egal. Ich setzte mich neben Oli und hielt seine Hand und musste einfach nur weinen. Wir hatten bevor Oli ins Krankenhaus kam einen großen Familienstreit. So wie immer halt. Ich weiß noch dass meine Mutter ihm einen sehr bösen Brief unter die Tür gelegt hat weil Oli sich wieder mit seiner Exfrau eingelassen hat. "Ela" haben Sie alle genannt. "Dieses Miststück"! Vorher hat Sie Oli die Bude leer geräumt & Ihn betrogen mit diesem hässlichen Türken der eine Nase wie ein Boxer hatte(Bin selber halb Türkin) und dann wollte Sie wieder mit Oli anbändeln und Oli war mal wieder nicht abgeneigt weil er sowieso zu diesem Zeitpunkt nicht mehr wusste was er tut und keiner wusste wie gesagt das ein Tumor in seinem Kopf wächst. Meine Mutter war so sauer das er wieder mit Ela zu tun hatte das Sie ihm dann diesen Brief schrieb um darauf zurück zukommen wie vor allem Sie das schlechte Gewissen plagte als die Operation an Oli´s Hirn immer näher rückte. Als Oli dann in den O.P. kam guckten wir alle auf die Uhr, wann die OP beginnt und wann sie wohl fertig sind. Ob auch alles gut geht? Ob Sie vielleicht sein Gehirn verletzten? Es war ein großer Eingriff und alle hatten Angst das Oli sterben wird. Als er nach der OP aufwachte konnte er nichts mehr. Nicht gehen, nicht schreiben, nicht sprechen, nicht essen einfach nichts mehr. Ein Pflegefall der künstlich ernährt wird mit Astronautenfutter wo so ein hoher Fettgehalt drin war das ich locker 20 KG am Tag zugenommen hätte aber Oli brauchte das weil er sehr schwach und abgemagert war, damit er nicht stirbt bekam er später eine Magensonde für die meine Mutter auch ihr Einverständnis geben musste. Ich war jeden Tag dort um zu sehen ob er fortschritte macht. Aber nix. Immer wenn ich in sein Zimmer kam habe ich besonders auf seinen Herzschlag geachtet. Wenn ich seine Hand nahm und redete dann fing sein Herz immer schneller an zu schlagen. Also er reagierte auf mich, auf uns alle und wusste das jemand da ist. Sein Blick war trüb. Er starrte nur so vor sich hin und seine Augen rollten und standen wieder, als ob sie sich fangen mussten. Nach ein paar Monaten kam Oli in eine Reha Klinik in Paderborn. Sehr weit für uns da niemand ein Auto geschweige denn einen Führerschein besitzt.
Jeden Sonntag sind Erika (meine Oma) meine Mutter und ich nach Paderborn. 5 Std. mit dem Zug hin und 5 zurück. Besuchszeit 4 stunden. Wir sind mehr gefahren als wir Oli gesehen haben. Es wurde immer besser aber schleppend. Sobald wir seine Zimmertüre öffneten sprang er auf und saß im Bett………..

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